Das Modellvorhaben: Deponien auf Halden

Angesichts fehlender Deponiekapazitäten haben die RAG Montan Immobilien GmbH und die AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Mit der gemeinsamen Gesellschaft DAH1 GmbH wird in einem Modellvorhaben neues Deponievolumen am Standort der Bergehalde Lohmannsheide in Duisburg-Baerl geschaffen und ein Betrieb gemäß Deponieverordnung eingerichtet.

DAH steht dabei für die Zusammenführung zweier eng verwandter und sich ergänzender Ablagerungsstrukturen: „Deponie auf Halde“. Die dringend notwendige und sichere Entsorgung mineralischer Abfälle der Deponieklasse I, wie zum Beispiel Böden und Bauschutt, wird hier kombiniert mit der sinnvollen Weiternutzung vorhandener und entsprechend vorgenutzter industrieller Flächen.

Für Nordrhein-Westfalen ist ein akuter Bedarf an neuen Deponiekapazitäten belegt, der sich besonders ab 2018 verschärfen wird. Die Ergebnisse der vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium beauftragten „Bedarfsanalyse für DK I-Deponien in Nordrhein-Westfalen“ zeigen: Mit Stand 2012 gab es in der Region kein ausreichendes Ablagerungsvolumen für Abfälle der Deponieklasse I gemäß Deponieverordnung , mit dem die gesetzlich vorgeschriebene Entsorgungssicherheit von zehn Jahren sichergestellt werden könnte.

Aufgrund der zunehmenden Knappheit von Deponieraum plant die in Duisburg ansässige DAH1 GmbH darum, das Gelände der Bergehalde Lohmannsheide zu nutzen. Hier ist geplant, auf dem bestehenden Bauwerk Halde Lohmannsheide (die sich nach wie vor unter bergrechtlicher Überwachung befindet und auf jeden Fall restverfüllt werden muss) eine Deponie zu errichten. Dieses neue Bauwerk wird durch diverse Dichtungs- und Sicherungsmaßnahmen vom darunterliegenden Haldenkörper getrennt sein.

Das Areal war zuvor – seit den 1950er Jahren – bereits als Auskiesungsfläche genutzt worden. Hier, verkehrsgünstig direkt neben der Autobahn 42 gelegen, sollen Abfälle der Deponieklasse I auf einem Teilbereich des bestehenden Haldenkörpers unter Berücksichtigung des dort vorhandenen Restverfüllvolumens aufgebracht werden.

Die Vorteile des Deponieprojekts liegen u.a. darin,

  • die auf den Flächen bereits erfolgten bergbaulichen Vornutzungen sicher, umweltverträglich, landschaftspflegerisch hochwertig und wirtschaftlich abschließen zu können;
  • den Flächenverbrauch im Vergleich zu Neu-Deponien und Deponieerweiterungen zu minimieren, weil sich die Deponieflächen auf diejenigen Flächen beschränken, die ohnehin bergbaulich vorgenutzt worden sind;
  • die aufgrund der bergbaulichen Vornutzung bereits vorhandene Infrastruktur, insbesondere die Verkehrsinfrastruktur, für die Deponienutzung weiternutzen zu können;
  • einen relevanten Beitrag zur Entsorgungssicherheit in der Region zu leisten.

Das notwendige Planfeststellungsverfahren wird unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen und auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung beinhalten. Weiterhin werden im Rahmen verschiedener Immissionsprognosen u. a. für die Bereiche Geruch, Lärm und Luftschadstoffe die Auswirkungen der Erweiterung dargestellt. Zum Antrag zählt auch ein Verkehrsgutachten.

Die DAH1 GmbH geht auf Basis ihrer Prognosen davon aus, dass die Verfülldauer für das vorhandene Restvolumen der Bergehalde Lohmannsheide – in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Jahresmenge – nach Erteilung der Planfeststellung etwa 15 Jahre betragen wird. In Summe können dies rund 3,4 Mio. m3 entsprechend etwa 5,4 Mio. Tonnen Material sein. Anschließend wird die Oberflächenabdichtung des Deponiekörpers fertiggestellt.